Test: Ist dein Pferd ees selbst?

Dein Pferd wehrt sich – oder es hat aufgehört, sich zu wehren?

Es gibt Pferde, die es einem deutlich zeigen. Sie bleiben beim Führen stehen und rühren sich nicht.[…]

Es gibt Pferde, die es einem deutlich zeigen. Sie bleiben beim Führen stehen und rühren sich nicht. Sie schnappen beim Gurten. Sie gehen rückwärts, wenn es vorwärts gehen soll. Sie lassen sich nicht anfassen, wo sie es gestern noch ließen. Im Stall heißt das dann dominant, stur oder respektlos – und der Rat, der darauf folgt, ist fast immer derselbe: konsequenter sein.

Bevor ein Pferd aber widersetzlich wird, hat es meistens lange etwas anderes versucht. Ein Anhalten, ein kurzes Zögern, ein Kopfdrehen. Ein leises Nein. Widersetzlichkeit ist selten der Anfang. Sie ist das, was kommt, wenn das Leise nichts bewirkt hat.

Und manchmal ist es viel unauffälliger als das. Dann gibt es diesen Moment, den fast niemand laut ausspricht: Du stehst im Stall, alles läuft wie immer, und trotzdem denkst du, das ist nicht mehr mein Pferd. Nicht dramatisch, nichts Greifbares. Ein bisschen stiller. Ein bisschen zäher. Ein bisschen weniger da.

Wenn du das jemandem erzählst, bekommst du meistens eine von zwei Antworten. Entweder, dass Pferde eben älter werden und ruhiger. Oder dass du dir zu viele Gedanken machst. Beides ist gut gemeint. Beides hilft dir nicht weiter, weil du weißt, was du siehst.

Manche Pferde werden also lauter. Manche werden stiller. Und die stillen bekommen am seltensten Hilfe, weil ein braves Pferd niemandem Sorgen macht. Es geht überall mit, es steht still beim Putzen, es macht keine Umstände. Es ist das Pferd, um das dich alle im Stall beneiden.

Vielleicht fragst du dich gerade: Ist mein Pferd stur und dominant – oder einfach nur brav? Und was, wenn es weder noch ist?

Genau darum geht es in diesem kurzen Selbsttest. Er dauert etwa fünf Minuten, funktioniert in beide Richtungen und bewertet weder dich noch dein Pferd.

Warum die stillen Pferde übersehen werden

Als Fellow angefangen hat, mir zu zeigen, dass etwas nicht stimmt, war das nicht zu übersehen. Er ist frontal auf mich losgegangen, hat gebissen und sich aufgerichtet. So etwas kann man nicht ignorieren – es zwingt einen, etwas zu ändern. Wir arbeiten bis heute daran, und ich würde nicht behaupten, dass das abgeschlossen ist.

Aber genau das ist der Punkt: Fellow hatte eine Stimme, die man hören musste. Die meisten Pferde haben das nicht. Sie sagen ihr Nein leise – ein Anhalten, ein Kopfheben, ein kurzes Zögern beim Satteln, ein Wegdrehen auf der Weide. Und wenn dieses leise Nein oft genug nichts bewirkt, hören sie irgendwann auf, es zu sagen.

Von außen sieht das aus wie Fortschritt. Das Pferd macht keine Umstände mehr, es geht überall mit, es ist zuverlässig geworden. Innen ist es Rückzug. Und weil die Veränderung über Monate kommt und nicht über Nacht, wandert der eigene Maßstab mit. Man vergleicht sein Pferd mit dem von letzter Woche, nicht mit dem von vor drei Jahren.


Was aus chinesischer Sicht zuerst passiert

In der chinesischen Medizin beginnt nichts mit dem Symptom. Ein Körper wird nicht plötzlich krank. Er gerät zuerst aus dem Gleichgewicht, oft über sehr lange Zeit, und irgendwann schlägt sich das nieder – als Verspannung, als wiederkehrende Lahmheit, als Hautthema, als Magen. Was der Tierarzt dann findet, ist das Ende einer langen Geschichte, nicht ihr Anfang.

Im Zentrum steht dabei das Shén: der Geist, die Präsenz, das Selbst. Es zeigt sich dort, wo ein Pferd am wenigsten kontrollieren kann – im Blick, im Ausdruck, in der Art, wie es nach Aufregung wieder in seine Mitte findet. Wenn ein Pferd sein Shén verliert, wird es nicht einfach schwierig. Es wird anders als es selbst.

Deshalb lässt sich am Temperament allein nie ablesen, wie es einem Pferd geht. Ein ruhiges Pferd kann in seiner Mitte stehen. Es kann aber auch ein Pferd sein, das aufgegeben hat, sich mitzuteilen. Von außen sehen beide gleich aus, und der Unterschied ist für die Besitzerin oft nicht zu erkennen.

Was das für euch heißt

Wenn dein Test ergeben hat, dass dein Pferd rund wirkt, ist das eine gute Nachricht und keine Selbstverständlichkeit. Merk dir, wie es sich gerade anfühlt – das ist dein Maßstab für später.

Wenn einzelne Dinge aufgefallen sind, dann ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein guter Zeitpunkt. Was noch klein ist, lässt sich leicht begleiten. Und wenn mehreres zusammenkommt, heißt das nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Pferde, die ihre Mitte verloren haben, gehören oft Menschen, die sich große Mühe geben. Genau deshalb ist es so schwer zu sehen.

In meiner Arbeit schaue ich mir beides an: was der Körper erzählt, und was zwischen euch passiert. Die QiOsteopathie ist dabei kein Zusatz, sondern die Grundlage – weil sich das, was ein Pferd lange getragen hat, im Gewebe zeigt, bevor es sich in einer Krankheit zeigt.

Wenn du das Gefühl hast, dass etwas anders ist, dann warte bitte nicht, bis es jemand anderes auch sieht. Du kennst dein Pferd genauer als jeder Fragebogen. Schreib mir, dann schauen wir gemeinsam.

MAVITA - Mareile Purwita Qi-Osteopathie und Chinesische Heilkunst für Pferde

Der Schlüssel zum Herzen unserer Pferde ist ihre körperliche und mentale Gesundheit.

Ich bin Mareile Purwita, Pferdetrainerin und Therapeutin für QiOsteopathie & Chinesische Heilkunst für Pferde. Ich möchte dir helfen, dein Pferd besser zu verstehen, es gesund zu trainieren und eine echte tiefe Verbindung zu ihm aufzubauen.

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